Die Fernbeziehung: Liebe kennt keine Grenzen?

Vergiss mein nicht ...

Videochat statt Gute-Nacht-Kuss: Zwischen Steffi und Heinis großer Liebe liegen 609 km - denn er wohnt in Schwerin und sie in München. Unter der Woche muss das Pärchen auf Nähe und Streicheleinheiten verzichten, umso sehnsüchtiger warten sie auf die Wochenenden, an denen sie endlich wieder Zweisamkeit genießen können...

Sonntag Nachmittag, ein beliebiger Bahnhof in Deutschland. Je nach Größe der Stadt stehen am Bahnsteig ein bis 20 Pärchen, mit Gesichtsausdrücken zwischen Zuversicht und Resignation, Liebe und Verzweiflung. Fast krampfhaft halten sie sich an einander fest, bis der verhasste Zug einfährt. Mit tapferem Lächeln wird gewunken, bis der andere nicht mehr zu sehen ist.

So sieht es jedes Wochenende auf deutschen Bahnhöfen aus. Die Zahl derer, die eine Liebe auf Distanz aushalten müssen, steigt ständig. Grund dafür ist die mittlerweile in fast jedem Beruf geforderte Mobilität und Flexibilität . Oft ist es einfach nicht mehr möglich, am selben Ort zu wohnen, ohne dass einer der Partner eine große Chance aufgibt oder sogar seinen Arbeitsplatz verliert.

Alltagsstress

Montag abend. Da ist er endlich, der sehnlich erwartete Anruf. Doch statt "Wie war dein Tag, Schatz?" und "Ich liebe dich" klingt nur ein gegrummeltes "hrrrmmmggrrrhhh" oder "Ja dann telefonieren wir wohl besser morgen …" aus dem Telefon. Daran müssen sich Fernbeziehungspaare gewöhnen - schon die kleinsten Worte können am Telefon zu Missverständnissen führen. Heißt das Gegrummel jetzt "Ich liebe dich nicht mehr und eigentlich ist sowieso alles sinnlos"? oder nur: "Ich bin müde und gestresst von der Arbeit, ich brauche jetzt ein bisschen Ruhe"? Kann man trotz Fernbeziehung mehr Zeit für sich brauchen? Und kann die Liebe auf Entfernung überhaupt funktionieren?

Neue Wege der Partnersuche

Fernbeziehungen können auf verschiedene Arten entstehen. Evtl. führte man erst eine „normale“ Beziehung und wurde währenddessen gezwungen, umzuziehen, oder sie kam bereits aus der Ferne zustande. In Zeiten, in denen Internetforen immer beliebter und Online-Dating immer normaler wird, ist auch diese Möglichkeit gar nicht mehr so unwahrscheinlich. Zu Anfang ist die Liebe groß, man denkt nicht groß über die Konsequenzen nach – aber dann?

Verliebt zu sein und den anderen nicht bei sich haben zu können, ist zunächst einmal schmerzhaft. Da ist es dann auch fast egal, ob die Trennung eine Woche oder sechs Monate lang ist – die Gefühle sind die gleichen. Am Anfang der Trennungsphase steht Trauer, schlechte Laune, sich-Abkapseln von anderen. Ist etwas mehr Zeit verstrichen, geht dies in relative Gleichgültigkeit über, und danach tritt das normale Leben wieder ein. Dann kann man sich auch wieder richtig auf das nächste Wiedersehen freuen.

Quelle: www.frauenzimmer.de

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